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Besteuerung der Alterseinkünfte

Alterseinkünftegesetz

Nach dem Alterseinkünftegesetz vom 5. Juli 2004 (BGBl I S. 1427) soll die steuerliche Ungleichbehandlung von beamtenrechtlichen Versorgungsbezügen und Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung beseitigt werden. Dazu wird das bisherige Steuersystem ab 2005 schrittweise auf die sog. „nachgelagerte Besteuerung“ umgestellt. Dies bedeutet, dass nach Ablauf einer Übergangsphase zum einen während der Berufstätigkeit die für die Altersversorgung berücksichtigungsfähigen Aufwendungen bis zu einem Höchstbetrag grundsätzlich voll steuerlich abziehbar sind, zum anderen die späteren Rentenbezüge in voller Höhe versteuert werden. Wegen des Ausmaßes dieser Umstellung wurden lange Übergangsregelungen getroffen: Für den Bereich der Vorsorgeaufwendungen bis zum Jahr 2025, für die Besteuerung der Alterseinkünfte (Renten, Pensionen) bis zum Jahr 2040. Für vorhandene Rentnerinnen und Rentner bzw. Empfängerinnen und Empfänger von beamtenrechtlichen Versorgungsbezügen sind die wesentlichen Änderungen bei der Besteuerung der Alterseinkünfte ab 2005 nachfolgend dargestellt:

Bei Rentnerinnen und Rentnern mit einem Rentenbeginn bis einschließlich 2005 erhöht sich der steuerpflichtige Teil der Rente auf 50 % Da der bisherige steuerpflichtige Ertragsanteil der Rente erheblich niedriger war, wird voraussichtlich eine größere Zahl von Rentnerinnen und Rentnern künftig eine Steuererklärung abgeben bzw. Steuern zahlen müssen.

Beamtenrechtliche Versorgungsbezüge sind – wie bisher – in voller Höhe einkommensteuerpflichtig, werden also bereits „nachgelagert besteuert“. Wegen der Angleichung an die künftige nachgelagerte Besteuerung der Renten ergeben sich allerdings Änderungen bei einigen Freibeträgen:

Der Höchstbetrag des Versorgungsfreibetrags wird für vorhandene Versorgungsberechtigte einschließlich derjenigen, deren Ruhestand im Lauf des Jahres 2005 beginnt, geringfügig gesenkt von bisher 3.072 € auf 3.000 €. 

Der bisherige Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 920 € entfällt, es kommt nur noch ein Werbungskostenpauschbetrag von 102 € zum Abzug. Bis zur Angleichung der Besteuerung von Renten und beamtenrechtlichen Versorgungsbezügen wird diese Schlechterstellung abgemildert, indem ein Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag eingeführt wird.

Der maßgebende Prozentsatz für den steuerfreien Teil der Versorgungsbezüge und der Höchstbetrag des Versorgungsfreibetrags sowie der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag bestimmen sich ab 2005 nach dem Jahr des Versorgungsbeginns. Mit der vollständigen Umstellung auf das System der nachgelagerten Besteuerung im Jahr 2040 wird auch die einkommensteuerrechtliche Gleichbehandlung von Beamtenpensionen mit Renten erreicht sein. Bis dahin werden der Versorgungsfreibetrag und der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag schrittweise in dem Maße verringert, in dem die besteuerungsanteile der Leibrenten erhöht werden.

Entwicklung des Versorgungsfreibetrags und des Zuschlags zum Versorgungsfreibetrag:

  Jahr des  Versorgungs- beginns              Versorgungsfreibetrag  Zuschlag zum Versorgungs-freibetrag in €
  in % der Versorgungs-bezüge Höchstbetrag in €
bis 2005 40,00 3.000,00 900,00
ab 2006 38,40 2.880,00 864,00
  2007 36,80 2.760,00 828,00
  2008 35,20 2.640,00 792,00
  2009 33,60 2.520,00 756,00
  2010 32,00 2.400,00 720,00
  2011 30,40 2.280,00 684,00
  2012 28,80 2.160,00 648,00
  2013 27,20 2.040,00 612,00
  2014 25,60 1.920,00 576,00
  2015 24,00 1.800,00 540,00
  2016 22,40 1.680,00 504,00
  2017 20,80 1.560,00 468,00
  2018 19,20 1.440,00 432,00
  2019 17,60 1.320,00 396,00
  2020 16,00 1.200,00 360,00
  2021 15,20 1.140,00 342,00
  2022 14,40 1.080,00 324,00
  2023 13,60 1.020,00 306,00
  2024 12,80 960,00 288,00
  2025 12,00 900,00 270,00
  2026 11,20 840,00 252,00
  2027 10,40 780,00 234,00
  2028 9,60 720,00 216,00
  2029 8,80 660,00 198,00
  2030 8,00 600,00 180,00
  2031 7,20 540,00 162,00
  2032 6,40 480,00 144,00
  2033 5,60 420,00 126,00
  2034 4,80 360,00 108,00
  2035 4,00 300,00 90,00
  2036 3,20 240,00 72,00
  2037 2,40 180,00 54,00
  2038 1,60 120,00 36,00
  2039 0,80 60,00 18,00
  2040 0,00 0,00 0,00

Bei der Einkommensteuererklärung können sich – insbesondere auch wegen der künftigen Begrenzung des Höchstbetrages für Vorsorgeaufwendungen – Unterschiede in der steuerlichen Abzugsfähigkeit der geltend gemachten Vorsorgeaufwendungen ergeben.

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